alla mente

Die Improvisation in Stilen des 17. und 18. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt des Schaffens des Ensembles alla Mente. Die Mitglieder des Ensembles beschäftigen sich allesamt seit vielen Jahren mit überlieferten historischen Kompositionstechniken sowie ihrer spontanen Umsetzung in der (nach den Regeln der Zeit) kunstvoll strukturierten Improvisation. Profunde Auseinandersetzung und praktische Umsetzung der historischen Quellen führen gleichermaßen zu einer Neuschöpfung differenzierter musikalischer Ästhetiken wie zu einer natürlich- virtuosen, spielfreudigen Attitüde zur Musik überhaupt.
Das Begreifen der Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts als eine äußerst vielfältige, facettenreiche Periode ist für den Ansatz des Ensembles essentiell. Dabei spielen vor allem die Suche damaliger Künstler nach Individualität sowie die sich herausbildenden Personal- und Nationalstile in dem vermeintlich strengen Kanon ästhetischer Prinzipien für das Ensemble eine große Rolle. Vor diesem Hintergrund lassen sich die musikalischen Schöpfungen heutiger Musiker in einem alten Stil anders einordnen. Ensemble alla Mente macht sich diese wundervolle alte musikalische Sprache in der Überzeugung zu eigen, so dass sie außer einem sich stets weiter öffnenden Horizont auch für heutige Musiker eine Fülle großartiger Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks bietet.

Getanzte Träume
Werke von Georg Friedrich Händel und Improvisationen im Stil der Zeit – das Programm „Getanzte Träume“ des Ensembles Alle Mente nimmt Bezug auf!die französischen Einflüsse des Londoner Theaterlebens.
Im Zentrum des Programms steht die Tänzerin Marie Sallé,die für ihre Extravaganzen und skandalträchtigen Kostüme!in Paris genauso bekannt wie in London berüchtigt war – neben genuin französischen Choreografien wie den „Caractères de la Dance“ zu Musik von Jean-Féry Rebel tanzte sie u.a. auch in Händels Covent Gardener Opern „Ariodante“ und „Il Pastor fido“.
„Getanzte Träume“ faßt mit den in sich geschlossenen Balletten-Szenen aus Händels Opern und den „Caractères de la Dance“ das Lebenswerk der Marie Sallé zusammen. Die Arrangements von „Terpsichore“ und „Entrée des Songes“ werden durch die Spieler des Ensembles Alle Mente mit einer für die Zeit typischen, üppigen Ornamentik angereichert – italianisierend und „willkürlich“ oder wohlerwogen
zurückhaltend im bon goût des damaligen französischen Stils; immer jedoch wesentlich.
Für ein Demo-Video dieses Programmes siehe hier.