press reviews Theatrum Affectuum

Begeisterung der Konzertbesucher kannte keine Grenzen

MUSIKALISCHER SOMMER, 24.07.2007
Am Sonntag gab es in Leer viel Beifall für das Ensemble „Theatrum Affectuum“

Von Roland Moll
Leer – Beifallsstürme wie im großen Saal eines bedeutenden Theaters gab es am Sonntagnachmittag im Festsaal der Evenburg in Leer-Loga für die fünf Musiker des Ensembles „Theatrum Affectuum“ für ihre hervorragenden Interpretationen von Kompositionen aus dem Frühbarock bis zur Moderne. Das Konzert war Teil des Musikalischen Sommers in Ostfriesland und Groningen.

Mittelpunkt und krönender Höhepunkt des außergewöhnlichen Schlosskonzerts bildeten die Uraufführung des Stückes „Existenz“ für Blockflöte, Violine und Marimbaphon von Wolfram Graf und das mit Überraschungen gespickte „Miro-epsilon“ des venezuelanischen Komponisten Victor Varela.

Bei diesem Stück sprühten Andreas Böhlen (Blockflöte) und sein Partner Tobias Guttmann (Marimbaphon und Percussion) vor Spielfreude. Ebenso viel Substanz hatte das Stück „Existenz“, das zur Uraufführung gelangte. Hier setzten Yukie Yamaguchi (Violine), Böhlen und Guttmann ihr ganzes technisches Vermögen ein.

Wie ein festlicher Rahmen wirkten die Werke von Dario Castello und Georg Philipp Telemann. Anspruchsvoll erwies sich die Sonate in d-Moll des italienischen Komponisten Castello. Einen wunderschönen, duftigen Klangteppich legte Takashi Watanabe (Cembalo). Der Auricher Cellist Christoph Otto Beyer überzeugte mit seinem sehr dynamischen Spiel. Nach dem abschließenden Telemannkonzert, „Concerto primo in G-Dur“, kannte die Begeisterung der Konzertbesucher keine Grenzen. Ein Arrangement von Andreas Böhlen zu dem Maskentanz eines unbekannten Komponisten als Zugabe setzte den strahlenden Schlusspunkt.

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Spitzenmusik in Göllnitz: «So etwas habe ich noch nie gehört»
In dieser Epoche der Musikgeschichte probierten sich die Musiker oft aus, was ganz interessante Rhythmen und Klänge zur Folge hatte. Als Abwechselung zur Musik aus dieser Epoche musizierte Andreas Böhlen auf seiner Blockflöte ein Stück von Maki Ishii „Östlicher Grüner Frühling“. Der Japaner Maki Ishii lebte in Berlin und seine experimentelle Musik ist eine Mischung aus traditioneller japanischer und neuer westlicher Musik. Die Besucher waren vom expressiven Flötenspiel fasziniert und staunten welche fernöstlichen Klänge der ganz normalen Flöte entlockt werden konnten.
Viel Beifall bekamen die drei Musiker auch für das Präludium und die Sonata e-moll für Flöte und basso continuo von Johann Sebastian Bach und für die Sonata op.5 von Arcangelo Corelli. Als Zugabe erklatschten sich die Musikfreunde eine Ciaccona von Benedetto Marcello.
„Das Konzert war ganz prima, so etwas habe ich noch nie gehört. Das Flötenspiel war beeindruckend“, freute sich Simone Welke aus Göllnitz. Und Waltraud Herlitzschke fügte hinzu: „Heute Abend, das war eine Seltenheit, wunderbar. Ich fand den Abend ganz toll.“ „Die Sauberkeit des Spiels auf allen drei Instrumenten war imposant. Ich habe selten so einen perfekten Blockflötenspieler gehört“, war Norbert Hasselmann aus Finsterwalde begeistert.

Bernd Balzer